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Dermatologin im Gespräch: Welche Wirkstoffe wirklich Ergebnisse zeigen

  • Autorenbild: Annabell Mysters
    Annabell Mysters
  • 12. Mai 2025
  • 2 Min. Lesezeit


Die Welt der Hautpflege ist reich an Versprechen – doch nicht jeder Inhaltsstoff hält, was Marketingtexte suggerieren. Um herauszufinden, welche Wirkstoffe tatsächlich belegbare Effekte auf die Hautstruktur haben, haben wir mit einer Dermatologin über aktuelle Erkenntnisse, bewährte Substanzen und neue Entwicklungen gesprochen. Das Ergebnis: Ein fachlich fundierter Überblick über Wirkstoffe, die nicht auf Trends, sondern auf Studien basieren.


Hautpflege unter der Lupe: Was wirkt, was bleibt Trend?

Nicht jede Haut braucht alles – aber jede Haut profitiert von bestimmten, gut untersuchten Substanzen. Die dermatologische Einschätzung beginnt immer mit der Hautphysiologie: Welche Funktion ist gestört? Fehlt Feuchtigkeit, Schutz oder Zellaktivität? Erst dann stellt sich die Frage nach geeigneten Wirkstoffen.

Im Gespräch betont die Dermatologin: „Wirkung ist immer auch eine Frage der Konzentration, Stabilität und der galenischen Formulierung. Ein Inhaltsstoff ist kein Wirkstoff, solange er nicht an der richtigen Stelle und in ausreichender Menge ankommt.“


Bewährte Wirkstoffe mit klinischer Evidenz

1. Hyaluronsäure – der Klassiker unter den Feuchtigkeitsspendern

Hyaluronsäure zählt zu den am besten untersuchten Wirkstoffen in der modernen Dermokosmetik. Sie bindet ein Vielfaches ihres Eigengewichts an Wasser, verbessert die Hautelastizität und reduziert Trockenheitsfältchen. In der fragmentierten oder niedrigmolekularen Form kann sie auch tiefer in die Epidermis vordringen und dort hydratisierend wirken.


2. Retinoide – zellstimulierend mit Anti-Aging-Potenzial

Vitamin-A-Derivate wie Retinol oder Retinaldehyd fördern die Zellneubildung und regen die Kollagensynthese an. In niedriger Dosierung sind sie gut verträglich, bei sensibler Haut ist jedoch eine schrittweise Gewöhnung empfehlenswert. Bei reifer Haut gelten Retinoide als Goldstandard im Anti-Aging-Bereich.


3. Niacinamid – vielseitig und gut verträglich

Das Vitamin B3-Derivat hat antioxidative, pigmentausgleichende und barrierestärkende Eigenschaften. Es wird besonders bei unruhigem Hautbild, vergrößerten Poren und reaktiver Haut geschätzt – und ist in zahlreichen dermatologischen Rezepturen enthalten.


4. Peptide – Signalgeber für die Hauterneuerung

Peptide sind kurze Aminosäureketten, die als Botenstoffe wirken. Einige Peptidkomplexe können die Haut dazu anregen, mehr Kollagen und Elastin zu produzieren. Die Dermatologin erklärt: „Insbesondere Peptide mit botoxähnlicher Wirkung – sogenannte Neurotransmitter-hemmende Peptide – zeigen in Studien Potenzial, mimische Fältchen zu glätten, ohne die Muskulatur zu lähmen.“


Moderne Entwicklungen: High-Tech und Multikomplexe

Neben den bekannten Wirkstoffen rücken zunehmend geschützte Wirkstoffkomplexe in den Fokus, die mehrere Funktionen kombinieren. Diese „intelligenten Formulierungen“ vereinen oft feuchtigkeitsspendende, beruhigende und regenerierende Substanzen in einer Matrix, die gezielt in die Haut transportiert wird.

„Der Trend geht zu multifunktionalen Rezepturen mit nachgewiesener Wirksamkeit. Besonders spannend finde ich dabei Peptid-Kombinationen, die auf mimische Falten Einfluss nehmen können – ohne injizierbar zu sein.“, so die Expertin.


Was medizinisch sinnvoll ist – und was eher kosmetisch bleibt

Nicht jeder neue Begriff auf der Verpackung steht für Innovation. Bei der Einschätzung von Wirksamkeit gilt:

  • Gibt es doppelblinde, placebokontrollierte Studien?

  • Wurde der Wirkstoff in dermatologisch relevanten Konzentrationen getestet?

  • Ist die Verträglichkeit dokumentiert – gerade bei sensibler oder reifer Haut?

Produkte, die mit sichtbarer Glättung, Feuchtigkeitsbindung und Strukturverbesserung werben, können diesen Effekt nur dann erzielen, wenn ihre Rezeptur funktionell abgestimmt ist – nicht durch Einzelstoffe allein.


Fazit

Dermatologisch wirksame Pflege basiert nicht auf Trends, sondern auf geprüften Substanzen und sinnvollen Formulierungen. Wirkstoffe wie Hyaluronsäure, Niacinamid, Peptide und bestimmte Retinoide gelten als klinisch erprobt und zeigen bei regelmäßiger Anwendung sichtbare Ergebnisse. Moderne Komplexe – insbesondere auf Peptidbasis – eröffnen neue Möglichkeiten, Hautalterung auf nicht-invasive Weise zu begegnen. Wichtig bleibt: Was wirkt, muss nicht aggressiv sein – sondern durchdacht.

 
 

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